Mails 1
August 1997
Werner Zurfluh
e-mail: Homepage Glossar

BK Bewußtseinskontinuität AKE außerkörperlicheErfahrung (= OOBE)
ND normal dream (ohne BK) KA-BK Körperablösung bei BK (= OOBE)
LD lucid dream (Klartraum - mit BK) SA Struktur A (= Alltag)
OOBE out-of-body-experience (mit BK) SB, SC ... Struktur B, C ... (Ebenen der Anderwelt)

Mail von KG:

Leider hat die absolut außerhalb des Körpers stattfindende Erfahrung noch nicht funktioniert, oder ich war mir dessen nicht bewußt.

Kann sein. Aber wieso "leider"? Hättest Du was Bestimmtes erwartet?

die Astralreise bewußt herbeizuführen und zu erleben.

Offensichtlich eine Astralreise. Aber die kann recht happig sein und eine enorme Herausforderung bedeuten - und mit sehr viel Arbeit verbunden sein. Denn die Erfahrung ist das eine, deren Integration in das eigene Leben das andere.

Dies hat bisher nur dann geklappt, wenn ich nicht damit gerechnet habe,

Dies passiert vielen, denn wer damit rechnet, koppelt oft derart viele Vorstellungen an die Sache, daß sie gerade wegen der Vorstellungen blockiert wird. Ich nehme das Ganze jetzt mal von der "schwierigen" Seite, denn Leute, die luzides Träumen und OOBEs eher als angenehmen Zeitvertreib empfinden, gibt es genug. Für mich sind LDs und OOBEs mit spirituellem Wachstum verbunden und nicht einfach Mittel zur Befriedigung von Wünschen, Machtgelüsten und Abenteuerlust. - Nun gut, das können sie auch sein (weiß ich aus eigener Erfahrung :-) ).

etwa dreimal konnte ich (wenigstens) meinen nichtphysischen Arm und die Bewegungen, die ich ihm befahl auszuführen, beobachten. Er war hellblau oder weiß oder grau, durch ihn hindurch konnte ich sehen, mit ihm konnte ich Dinge berühren, die um mich herum waren.

Aber das ich doch schon bestens ! Protokolliere Deine Beobachtungen möglichst genau (z.B. beschreibe auch die Tastempfindungen) und überlege Dir, was Du tun könntest. Vielleicht mal einen besonderen Gegenstand in Reichweite neben das Bett hinlegen und diesen dann mit dem "zweiten Arm" berühren. Es könnte sein, daß Du dessen Geschichte erfährst ähnlich wie bei der Psychometrie.

Doch es hat nie geklappt, wenn ich "hochschweben" wollte.

Weil Du die Möglichkeiten gar noch nicht ausgeschöpft hast, die sich allein schon bei der "Berührung" ergeben, scheint es mir nicht mal so unklug, wenn das "Hochschweben" blockiert wurde. Es gibt eben nicht nur das "Hochschweben", es gibt auch das "Hineinfallen" in den Gegenstand, der berührt wurde. Das kann mit einem blitzartigen Ebenen- bzw. Dimensionswechsel verbunden sein, angesichts dessen jede OOBE im engeren Sinn ("Hochschweben" und im Schlafzimmer rumtschalpen) ein belangloser Klacks ist.

Ich bin fast frustriert, im Moment setzen die Schwingungen nur noch selten ein.

Nun setzt mal Deine Kreativität ein - statt beinahe frustriert zu sein und Deine bzw. den gelesenen und gehörten Vorstellungen nachzutrauern. Hallo - allein der Berührungseffekt ist ein Wahnwitz und eröffnet Dinge, von denen die Schulweisheit nichts - überhaupt nichts - kennt.

Bitte, ich würde mich sehr freuen, von Ihnen zu lesen, von Ihren Erlebnissen, Erfahrungen

Siehe mein Buch 'Quellen der Nacht'. Siehe ferner die Artikel, die via Internet zu holen sind (ist mehr Material via Computer zu holen als im Buch drin steht).

und auch von dem, was ich in diesem Gebiet auf keinen Fall ausprobieren sollte.

Tja - das kann ich nicht sagen. Vorsicht ist bekanntlich die Mutter der Porzellankiste. Aber hör auf Dein Gefühl, auf die innere Stimme, die warnt. Sei mutig und risikobereit - ohne Dich zu überfordern. Trainiere - d.h. erarbeite Dir Wissen. Lies, was andere erzählen vom Weg, den sie beschritten haben. Lerne aus ihren Fehlern. Versuche, Dich an die Grenzen heranzutasten und ans Limit zu gehen, ohne es in gedankenloser Tollkühnheit herausfordernd zu überschreiten. Handle stets ganz bewußt und in voller Verantwortung für Dein Tun. Sei stets in der Lage, voll für das einzustehen, was Du tust.
Grenzen sind nie absolut, sie können stets überschritten werden. Auf der anderen Seite herrschen aber meist ganz andere Gesetze. Die eigenen Vorstellungen sind oft total fehl am Platz. Es gilt, gelassen, höflich, freundlich und dennoch bestimmt zu agieren und der Situation entsprechend zu wechselwirken.

Es wäre mir auch schon eine Hilfe, mit jemandem zu reden, der mir sagt, daß ich nicht krank bin, geträumt habe,

Nee, nee - krank bist Du nicht. Das würde den VertreterInnen des Establishment ja so passen, Dich als krank einzustufen. Dann könntest Du bzw. Dein Erleben schubladisiert und abgelegt werden. Daraus ergibt sich dann nichts Neues - alles bleibt so, wie es immer war. Niemand wird beunruhigt. Yeah! Die Evolution kommt zum Stillstand. Das wäre der seichte und bequeme Weg. Das Ungewohnte schubladisieren, die Herausforderung - und damit das Leben - ad acta legen.

Bücher zu diesem Thema, so habe ich das Gefühl, können mir im Moment nicht weiterhelfen.

Das mag sein - und ist leider auch fast immer so, weil Neues ja nicht auf Altbekanntes zurückgeführt werden kann. Schließlich gab es beispielsweise weder für die Quantenmechanik noch für die Relativitätstheorie irgendwelche Texte, auf welche die Physiker hätten zurückgreifen können. - Und doch! Weder Bohr, Schrödinger, Heisenberg, Chirac, Eddington noch Einstein haben ihre Theorien im "luftleeren" Raum entwickelt. Sie alle kannten die klassische Physik, beschäftigten sich intensiv mit Mathematik und anderen Dingen.
Die andere Möglichkeit wäre die, die eigenen Erfahrungen ernst zu nehmen und sich mit ihnen auch ernsthaft auseinanderzusetzen. Aber das kann sehr (!) anstrengend und enorm arbeitsaufwendig sein - und es bedingt die Erschließung aller 3 Quellen des Wissens, wobei Irrwege nicht auszuschließen sind. Wer meint, nur das suchen zu müssen, was ihn interessiert, findet gerade jene Kostbarkeiten nicht, die weiterhelfen oder zumindest Hinweise geben könnten. Es gilt, sehr hellhörig und äußerst achtsam zu sein, um nicht zum vorneherein all jene Funken auszutreten, die ein Feuer entfachen könnten.
Es gibt somit verschiedene Wissensquellen und Wege, um zu ihnen zu gelangen. Aber nicht alle sind gleichermassen gefaßt und ausgeschöpft - und nicht alle Wege sind leicht begehbar.

Zum folgenden Text vgl. "Quellen der Nacht" Kapitel 3.8.3 "Drei Arten, Wissen zu erwerben" (S. 109-112).
1. Das traditionelle Wissen (Bücher, Brauchtum, Staatsform, Schulwissen ...) - das ist eine jede Menge an Material! Und es ist eine Flut von Informationen, zu deren Strukturierung die Eigenerfahrungen notwendig ist (die 3. Quelle).
2. Dieses Wissen ergibt sich aus logischen Schlußfolgerungen und metaphysischen Spekulationen innerhalb geltender Paradigmen. Nur durch eine Änderung der axiomatischen Grundsetzungen ist ein Paradigmenwechsel und damit die Ausbildung eines Metasystems, bei dem die vormaligen Grenzen 'gesprengt' werden, möglich. Um dies zu tun, sind vor allem auch Erfahrungen in Betracht zu ziehen, die nicht ins vorgegebene Schema passen (eigene eben).
3. Wissen durch Eigenerfahrung.

Es scheint mir wichtig, alle drei Wissensquellen ins Leben einzubeziehen, allein schon deswegen, weil alle drei Wissensquellen zu einem vollständigen Menschsein gehören. In unserer Gesellschaft ist es speziell die 3. Wissensquelle, die total vernachläßigt wurde und wird. Aber sie gehört wie die beiden anderen zum Menschsein und ist - wie die anderen beiden - zu berücksichtigen.


Mail von TP:

Ich erwachte in den frühen Morgenstunden, als plötzlich das seltsame Piepen (die Schwingungen) auftrat. Das geschah wieder 3-4 mal. Ich wußte, daß ich gleich wieder durch das Bett fallen würde. Die Ablösung ging nur ganz langsam vonstatten, ich rutschte langsam von der rechten zur linken Seite aus dem physischem Körper heraus. Als ich halb heraus hing, ertönte plötzlich eine Frauenstimme neben mir, die sich anhörte, als würde sie in einer großen Halle sprechen. Ich erschreckte dermaßen darüber, daß ich sofort, mehr oder weniger automatisch, wieder ganz in den physischen Körper zurückflüchtete. Das ärgerte mich hinterher natürlich sehr !

Je nun denn - das Zurückfallen ist aufgrund des Erschreckens das Naheliegendste. Mir wäre es kaum anders ergangen (beim ersten Mal). Was die Frauenstimme betrifft, so weiß ich natürlich nicht, was das heißt - zumal ja nicht bekannt ist, was sie gesagt hat. Aber Du bist nun der zweite, der erzählt, er habe in dieser Phase jemanden etwas sagen gehört (die andere Person ist übrigens auch sofort wieder in den Body zurückgefallen). Aber bei nächsten Mal wirst Du bereits etwas darauf gefaßt sein - und kannst dann versuchen, ein paar Worte zu erinnern. Was genau die Stimme ist, weiß ich nicht. Darüber spekulieren läßt es sich leicht - aber was soll's? Also abwarten und gefaßt sein, daß eine Stimme gehört werden könnte.

Ansonsten ist noch nicht viel passiert, da ich, wie Alfred Lischka, die Ablösungen nicht unter Kontrolle bekomme.

Die Ablösung als solche läßt sich wohl ebenso schwer unter Kontrolle bringen wie z.B. das Aufstehen vom Stuhl im physischen Körper - oder das Gehen, Springen usw. Wichtig ist nicht die Kontrolle des Bewegungsvorganges bzw. -ablaufes als solcher, sondern die Kontinuität des Bewußtseins (BK) bzw. die Beibehaltung der Bewußtheit. Bewußt zu gehen heißt ja nicht, bewußt die Kontrolle über die einzelnen Muskelkontraktionen zu übernehmen, sondern das Gehen ganz bewußt sozusagen mitzumachen, zu erleben und zu spüren. Ganz bewußt beim Gehen 'präsent' zu sein. So ist es auch bei der Ablösung: Ganz bewußt die Ablösung erleben und den Vorgang als solchen beobachtend mitzuvollziehen und einfach mal feststellen, was geschieht und welche Phänomene auftauchen. Sonst kann es eben leicht geschehen, daß einem etwas Unerwartetes (z.B. eine Stimme) "aus der Bahn" wirft.

Wenn ich Urlaub habe und darauf warte, passiert nichts.

Eben! Wohl deswegen, weil eine Ablösung erwartet wird - statt daß man sich auf die BK konzentrieren würde, hängt man irgendwelchen Vorstellungen nach.

Wenn ich zur Arbeit muß und vielleicht nur noch ein paar Minuten zu schlafen habe, passiert mir eine Ablösung nicht selten.

Denn niemand hat auf eine Ablösung gewartet - also geschieht sie (da niemand den Vorgang mit eventuellen Vorstellungen stört) ganz automatisch.

Dieses Piepen verstärkt sich dann kontinuierlich, bis es wieder abrupt aufhört. Das geschieht meistens 3-4 Male, und nach dem letzten Mal dann falle ich durch das Bett hindurch.

Das Piepen scheint bei Dir ein Begleitphänomen zu sein (das Du bestimmt nicht willentlich hervorrufst bzw. hervorrufen kannst). Könnte evtl. auch mit dem Stimmenphänomen zu tun haben und diese Stimme überlagern. Dies nur ein Gedanke am Rande. Vielleicht geht es bei Dir um das Hören - das Hinhören. Das wiederum heißt, daß Du still werden mußt (nix von Kontrolle). Es könnte sogar sein, daß Du von der Vorstellung, eine Ablösung zu vollziehen, ganz wegkommen mußt, weil bei Dir die OOBE über den Ton (die Stimme) und nicht über ein 'Zweitkörpergefühl' (Ablösung) geht.

Ansonsten ist es mir noch nicht gelungen, länger als einige Sekunden außerhalb des physischen Körpers mit vollintaktem Bewußtsein zu verweilen.

Eben vielleicht bloß deswegen, weil Du Dich vorstellungsmäßig an ein "körperliches Außerhalb" klammerst und die BK an dieses Phänomen "hängst". Aber - wie schon gesagt - es könnte bei Dir ja um etwas gehen, das Du bislang "überhört" hast. Die Körpervorstellungen sind irgendwie zu laut und übertönen das Piepsen und die leise (Frauen-) Stimme. Die Stimme mußte offensichtlich regelrecht 'hallen', um sich vernehmbar zu machen - mit dem Effekt, daß Du vor lauter Schreck gleich wieder in den ' Body' zurückgeschleudert wurdest

Wenn ich aber bei vollem Bewußtsein eine Ablösung miterlebe und dann versuche, die Augen zu öffnen, ... werde ich gleich wieder in den physischen Körper zurückgezogen.

Das mit der "Augenöffnung" ist wieder so eine Sache, die mit den Körpervorstellungen gekoppelt scheint. Die Augenöffnung außerkörperlich geschieht anders als die Augenöffnung innerhalb des physischen Körpers. Es ist nicht eine Heben des Lides, sondern ein "Durchsichtigwerden" des Lides (um den Vergleich mit dem physischen Körper beizubehalten).

Ansonsten versuche ich gerade das Klarträumen mit der "Träum' ich oder wach' ich?" Methode von Paul Tholey zu erlernen ... Ich habe zwar schon einige Klarträume gehabt, die aber auch nicht sonderlich länger andauerten als die außerkörperlichen Erfahrungen.

Ich nehme an, daß Du die (wenn auch kurzen) Klarträume genaustens notiert und bedacht hast. Denn es ist sehr wichtig, sich mit den eigenen Erfahrungen auseinanderzusetzen.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Astralreisen und Klarträumen (luzides Träumen) ?

Es gibt Leute, die sich darüber den Kopf zerbrechen. Ich tu's nicht, denn für mich ist primär die BK maßgebend. Wenn es Dich interessieren sollte (und Du Englisch kannst), hier die URL des Lucidity Institutes, wo u.a. auch der Artikel von Bob Peterson, "Out-of-body-experiences vs. lucid dreams" zu finden ist: Lucidity Institute

So viel ich bis jetzt auch schon über dieses Thema gelesen habe, nirgendwo wird etwas genaueres über diesen Zusammenhang gesagt.

Um doch noch meinen Senf dazuzugeben: Bei OOBEs wird der Übergang bewußt (also bei BK) erlebt, bei LDs (LD = lucid dream) nicht (die BK tritt erst im Verlauf eines Traumgeschehens auf). LDs sind zudem wohl verstärkt ideoplastisch (d.h. gemäß den eigenen Vorstellungen) geprägt.

weiß bis jetzt nur so viel, daß Charles Brennan in seinem Buch "Astral-Projektion" geschrieben hat, daß wir uns im Traum in der Astralsphäre befinden, mit einer von unserem Unterbewußtsein geschaffenen Szenerie.

Siehe oben (zeigt, daß ich auch eher Brennans Meinung teile). Tholey und LaBerge meinen, daß OOBEs und LDs subjektiv sind. Ich spreche von einer Co-Creation, wobei wohl bei LDs der Subjektanteil höher ist als bei OOBEs. Ansonsten pflichte ich dem Physiker Eddington und seinem selektiven Subjektivismus bei. Ist alles ein komplexes erkenntnistheoretisches Problem.

Ich bin auch schon mit Günther Feyler in Kontakt getreten, der sagt, daß man sich im luziden Traum irgendwie abstoßen oder hochfliegen muß

Weiß nicht, ob das der Mann ist, den ich mal in der Sendung "Mysteries" (RTL) gesehen habe. Aber - egal! Mon Dieu, man kann viel sagen - und irgendwie ist auch alles richtig. Claro funktioniert das mit dem Abstoßen und Hochfliegen! Nur sollte dabei nicht vergessen werden, daß man den Entschluß fassen muß, abzustoßen und hochzufliegen. Das bedingt, daß man (oder frau) bewußt realisiert, daß er/sie sich in einer Traumszenerie befindet - d.h., daß überhaupt BK vorhanden ist. Und wenn BK vorhanden ist, kann alles getan werden: "Wenn du weißt, was du tust, dann tue, was du willst !" 'Abstoßen' und 'Hochfliegen' wäre z.B. eine Möglichkeit. 'Die Hände anschauen' (Castaneda) eine andere. Und dann ist es tatsächlich so,

daß man auf Astralreise gehen kann.
Herr Feyler riet mir übrigens seine Seminare zu besuchen, in der ich das Astralreisen lernen würde, was ca. 2 Jahre dauern würde.

;-D

Ich halte nicht sehr viel davon, da mir das irgendwie zu schulmäßig verläuft, und ich der Meinung bin, daß jeder seinen eigenen Weg finden muß. Außerdem sind diese Seminare sehr kostspielig.

;-DD

Ich weiß ja nicht, was Sie von solchen Seminaren halten, ich aber meine, daß das nicht der richtige Weg ist.

Schließe mich Deiner Meinung an. Es gibt nur einen Weg - nämlich den Weg, den Du gehst. Jeder geht seinen eigenen Weg. Gut ist es, sich gegenseitig von seinen Erfahrungen zu erzählen, denn lernen kann man immer wieder etwas.


zum Anfang des Dokumentes

Konvertierung zu HTML August 1996
Homepage: http://www.surselva.ch/oobe/index.htm
e-mail: werner.zurfluh@surselva.ch
©Werner Zurfluh