Mails 2
September bis Dezember 1997
Werner Zurfluh
e-mail: Homepage Glossar



Da manche Mails auch andere Leser interessieren dürften, seien sie hier ausschnittsweise zitiert. Es ist nämlich wichtig, daß die nächtlichen Erfahrungen erzählt werden, vor allem, wenn sie den Rahmen des Gewohnten sprengen. So schrieb ich denn kürzlich jemandem, der in seiner Mail von seinen Erlebnissen erzählt hatte:
Fazit: Ich muss mich wieder mal dazu aufraffen, einen Mail-Text zusammenzustellen, denn nicht nur Deine Mail scheint mir auch für andere sehr interessant und dafür geeignet zu sein, die "Sensibilität für die Schlaf-Erfahrungen zu verbessern". :

Schön, daß ich diese Erfahrung nicht für mich behalten mußte. Leider gibt es nicht viele Leute, mit denen man vernünftig über dieses Thema reden kann. Da heißt es dann 'Du spinnst ja' oder von etwas toleranteren Leuten: 'Ach, das hast Du wohl nur geträumt' oder so was. 'Nur geträumt' - Was heißt das eigentlich ?! Was heißt da 'NUR' !
Also durch das Lesen der Erfahrungsartikel ..., scheint sich meine Sensibilität für die Schlaf-Erfahrungen zu verbessern. Wahrscheinlich nimmt man als Unvorbereiteter viele Erfahrungen gar nicht wahr, aus Mangel an Sensibilität für diese Sachen. (NN)

Diese Aussage ist sehr wichtig. Ich hoffe nämlich immer, dass die Leser aufgrund des Lesens meiner Texte vor allem einmal hellhöriger für ihre eigenen Erfahrungen werden. Wer einmal auf die nächtlichen Erfahrungen aufmerksam geworden, kann auch etwas beobachten:

Na jedenfalls hat es letzte Woche tatsächlich geklappt! Der Zustand dauerte leider nur 10 Sekunden oder so. Er war 'eingebettet' in einen 'normalen' Traum, d.h zuerst ein Stück Traum, dann out of body, dann die Fortsetzung des Traumes. Es war ein abartiger, horrormäßiger Traum, und er war auch der Grund für das sofortige Erwachen. Ohne dieses Aufwachen wäre die Erfahrung wahrscheinlich 'in der Finsternis des Schlafes verschüttet worden' und ich könnte mich gar nicht daran erinnern. Schade daß mir von dem Traum nichts als seine Abartigkeit in Erinnerung geblieben ist, vielleicht hat er ein paar Hinweise oder so etwas enthalten. (NN)

Dass Horrorträume vor dem Vergessen schützen können, weil wegen eines schrecklichen und beängstigenden Geschehens die Flucht in den im Bett liegenden physischen Körper angetreten wird, ist ein positiver Nebeneffekt, an den ich eigentlich gar nicht gedacht habe. Für mich steht ja im Vordergrund, daß versucht werden sollte, sich der Tatsache bewußt zu werden, daß man sich in einem Traumgeschehen befindet. Auf diese Weise wird der Traum zu einem luziden Traum, in dem sich das Ich entsprechend verhalten kann (z.B. eine schreckerregende Gestalt ansprechen und sie fragen, weshalb sie derart schrecklich auftritt). Aber das muß offensichtlich nicht unbedingt so sein und kann durchaus auch an zweiter Stelle stehen. Allerdings kann auch ein beängstigender Traum sehr wichtige Hinweise geben, weshalb stets versucht werden sollte, ihn in Erinnerung zu behalten, um dann mit ihm arbeiten zu können.

Die 10 Sekunden Erfahrung:
Ich lag ganz normal auf dem Rücken im Bett und konnte nur meine Arme bewegen (jedenfalls hat sich sonst nichts bewegt). Ich habe 3 Sachen angestellt.
1.) Mit dem linken Arm habe ich in die Hauswand links neben dem Bett tatsächlich hineingegriffen! Es ging ganz leicht und bröselig, ungefähr so als ob die Wand aus lockerem Sand wäre! Erst nach dem Aufwachen als ich die Situation noch mal durchdachte, fiel mir auf, daß ein Hineintauchen in die Wand wie eben geschehen gar nicht möglich sein könnte, weil ich mit dem Ellbogen am Körper hätte anstoßen müssen. Aber wie in den Erfahrungen aus über den Zaun gelesen, sind solche 'anatomischen Unmöglichkeiten' im außerkörperlichen Zustand nicht ungewöhnlich.
2.) Das Ansehen der Arme und Hände gelang nicht so recht, wahrscheinlich wegen Dunkelheit oder mangels Sehkraft.
3.) Das Berühren der Hände miteinander war recht eigenartig. Sie durchdrangen sich bis auf ca 1 cm. Darauf war ein kribbelndes Gefühl zu merken. Ähnlich wie eingeschlafene Arme! Dieses Gefühl war auch nach dem Aufwachen zu spüren. (NN)

Das Sehen OOB ist nicht identisch mit dem Sehen innerkörperlich. Es braucht hierfür keine physischen Augen. Dies ist gewöhnungsbedürftig.
Das durchdringende Berühren der Hände ist ein ungemein faszinierender Effekt. (Ich hatte übrigens gerade letzte Nacht (12.12.97) die Gelegenheit, dies wieder einmal nachzuvollziehen, indem ich die Unterarme im OOB-Zustand parallel nebeneinanderlegte und sie dann gegeneinanderdrückte. Sogleich durchdrangen sich die Hände und dann sukzessive die Unterarme. Zu Beginn war die Durchdringung von einem sehr merkwürdigen Gefühl begleitet. Mir schien sie unmöglich zu bewerkstelligen sein, aber dennoch geschah sie. Dann flog ich - immer im Bewusstsein meines ausserkörperlichen Zustandes - noch durch eine Zone, die ohne Raum und Zeit war. Dabei bewegte ich mich gleichzeitig sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft - so absurd dies auch scheinen mag.)

Hatte schon vor ca. 4 Jahren das 1. Buch von Monroe zufällig in die Hände bekommen (damals freute ich mich, endlich mal was genaueres erfahren zu dürfen, da ich vorher nur in einem "schönen", d.h. wenig informativem parapsychologischen Buch die Existenz von OBEs an sich erfuhr). War dann über den Inhalt teils fasziniert, teils enttäuscht und schockiert, weil es halt doch nicht so geht wie man es sich zuallererst vorstellt (so quasi: toll, da könnte man ja herumspionieren). (G.)

Nun, es geht kaum jemals so, wie man es sich vorstellt. Dies hat vor allem damit zu tun, dass die persönlichsten Gefühle, geheimsten Emotionen und verborgendsten Gedanken und Wünsche bei einer OOBE (und in einem LD (lucid dream bzw. Klartraum)) sofort zum Tragen kommen und diese in eine offensichtlich vorgegebene Richtung lenken. Voyeurismus und Sexualität sind wohl so ziemlich die bekanntesten Erscheinungsformen. Es wird versucht, den OOB-Zustand zum Herumspionieren und zum 'Anbandeln' zu benutzen. Aber auch andere - sogar versteckte und uneingestandene - Wunschvorstellungen drängen zur Verwirklichung. Dazu gehören besipielsweise Machtfantasien, Gewalttendenzen, Suche nach Erfüllung von mit Lust erfüllten Genüssen, Neid und Bösartigkeiten und andere 'Schattenaspekte'. Aufgrund dieser Tatsache sollte Klarheit darüber bestehen, dass OOBEs und LDs als Formen und Ausdruck der Bewusstheit und damit des bewussten Erlebens eine Bewusstwerdung erfordern - also ein ERKENNE-DICH-SELBST. Dazu gehört nicht zuletzt auch die Arbeit mit den 'normalen Träumen'.

Hab dann einige Male nach Bewußtseinsübungen sogar den darin beschriebenen Vibrationszustand (muß nur bewußt bleiben und mich selbst einfach senkrecht über den Kopf "denken", dann wallt es in mir auf) erlebt, bin aus Furcht vor dem Unbekanntem jedoch nicht weitergegangen. Hab dann ab und zu FAQs im Internet (waren teils sehr verwirrend, anscheined gibts im 2. Zustand kaum feste Regeln usw.) gelesen, meine OBE-Versuche (noch nie gelungen) aber aus Angst zur Seite gelegt. Werde es erst wieder versuchen, wenn ich mich von meinen Ängsten weitgehend befreit habe (d.h. wenn ich mich irgendwie reif genug dazu fühle, alles Unbekannte verkraften zu können) und noch wichtiger: Gedankenkontrolle beherrsche. (G.)

Die Furcht vor dem Unbekannten ist ein nicht zu unterschätzender Hinderungsgrund, welcher die OOBE oft frühzeitig abbricht:

seit einigen Wochen erlebe ungefähr jede Woche etwas Seltsames. Bevor ich abends einschlafe mache ich autogenes Training. Wenn ich den entspannten Zustand erreicht habe vernehme ich manchmal innerlich einen Art Summton, mein Körper scheint zu schweben, dann scheinen sich einzelne Körperteile auszudehnen, also zum Bsp. mein Brustkorb: es ist so als ob mein Brustkorb nach "oben " ( 35 cm ) gezogen wird. Dasselbe erlebe ich mit Beinen (nach vorne gezogen) oder Kopf. Ich habe aber willentlich dies NICHT angestrebt! (S.)

Gut so! Bedeutet somit eine echte Herausforderung, mit der Du auf jeden Fall zurechtkommen wirst - natürlich mit der notwedigen Vorsicht und Umsicht, denn es stecken schon etliche "Probleme" in Form nichtalltäglicher Wirklichkeiten 'dahinter'. - Und der Summton hat mit der Aktivierung spiritueller Energien zu tun und ist ein positives Zeichen.

Manchmal erscheint nach dem Summton vor meinem inneren Auge eine Art Video-Sequenz: Wie aus einem Raumschiff sehe ich gestochen scharfe Bilder einer Art Stadt bzw seltsame Wesen. Die Bilder haben Fernsehqualität, dies wundert mich, weil ich überhaupt nicht die Fähigkeit bisher hatte, Bilder oder Farben zu visualisieren. (S.)

Versuche, das Gesehene zu beschreiben und/oder zu zeichnen bzw. zu malen. Wenn Du möchtest, kannst Du mir den Text mailen. Wichtig ist jedoch, dass Du mit Deinen Bemühungen zeigst, dass das Gesehene ernst genommen wird. Damit kann eine Auseinandersetzung beginnen, die ungemein fruchtbar ist.

Bei diesen Erscheinungen bin ich bei vollen Bewusstsein, ich weiss, dass ich nicht träume. Diese Filmbilder erlebe ich oft Nachts, wenn ich nicht einschlafen kann. Ich liege dann oft stundenlang wach, auf einmal fängt das dann an, obwohl ich das nicht anstrebte. Bitte sagen Sie mir was das ist? Welchen Sinn / Gefahren haben solche Erscheinungen? Mit meinen Leuten kann ich über solche Dinge nicht reden. (S.)

Was es genau ist, weiss ich natürlich nicht. Aber auf jeden Fall sprengt es wohl das bisherige Weltbild. Und das ist nicht weiter schlimm - aber sicherlich beunruhigend. Ein Sehen einer Dimension, welche das Gewohnte übersteigt. Aber eben - innerhalb der Möglichkeiten des Menschseins liegt. Was den Sinn betrifft, ist zu sagen, dass Sinngebung vor allem einmal von Dir und Deinen Bemühungen abhängt. - Wenn Du gewillt bist, dem Geschehen einen Sinn zuzusprechen und Arbeit zu investieren, dann werden Dir Erkenntnisse zufliessen, die von existentieller Bedeutung sind. Gefahren? Eigentlich keine - obwohl zu bedenken ist, dass jede Erkenntnis und jedes Wissen gefährlich ist - nämlich für das Gewohnte.

Ich befasse mich seit einiger Zeit mit dem Thema "Klarträumen", allerdings aus dem Grund, weil ich vor einiger Zeit einen spontanen Klartraum hatte. Der war zwar nur kurz, hat aber wirklich ausgereicht, um mich für dieses Thema zu interessieren, um nicht zu sagen "dafür zu begeistern". Ich habe mich mit Literatur eingedeckt, und praktiziere seitdem fleissig "Realitäts-Checks". (O.)

(So im Sinne des "Wach ich oder träum ich?" etwa ? (Ist übrigens nicht ganz korrekt. Es müsste eher in Richtung einer Zustandskontrolle gehen. "Bin ich jetzt in der Alltagsebene oder der - meinetwegen sei's so genannt - Traumebene?")) DAS (d.h. ein Spontanerlebnis) ist der beste Grund, sich mit etwas auseinanderzusetzen: mit dem eigenen Erleben. Schliesslich kann einem ja jeder sagen: "Das und das gibt's!" Aber WENN man etwas SELBST erlebt, dann "kracht's im Gebälk" und man ist persönlich und direkt herausgefordert. Ich vermute übrigens seit jeher, dass jeder Mensch einmal zumindest EINE Spitzenerfahrung gehabt haben, dass aber leider nicht allzu viele dem nachzugehen gewillt sind - denn es ist mühsam und erfordert beinahe immer einen Paradigmenwechsel. Letztlich stellt sich ja die Frage: Was ist Wirklichkeit, was ist Realität. Nun haben sich darüber schon etliche kluge Köpfe bereits den Kopf zerbrochen (z.B. Watzlawick, von Glasenapp, von Foerster, Maturana - Kommunikationstheoretiker also). Um es - was diesen Problemkreis betrifft - kurz zu machen,: Ich persönlich halte es mit der "Als-Ob-Anschauung" und mit dem "Wirklich ist, was wirkt" - und habe null Ahnung, WAS "Realität an sich" ist. Ich weiss eigentlich nur, dass wir in bezug auf unsere Anschauungen bescheiden sein sollten. Niemand weiss etwas DEFINITIV. Unser Wissen befindet sich in einem andauernde Fluss. Heraklit sagte treffend: Panta rei.

Vor etwa einer Woche hatte ich dann während des hypnagogen Stadiums ein für mich sehr erschreckendes Erlebnis: nämlich das Gefühl (begleitet von sehr lautem Piepen und Brummen), ein zweiter Körper würde sich aus meinem im Bett liegenden Organismus herauslösen, quasi aufzustehen versuchen. Ich hatte innerhalb von fünf Sekunden die bisher grösste Angst meines Lebens und bin sofort aufgewacht (Ich WOLLTE aufwachen). Keine Sorge, Herr Zurfluh: Ich habe mich bereits ein wenig informiert über das, was OOBE genannt wird. (O.)

Jo, jo - alles iO. Aber der Scheiss ist eben die nackte Angst, die man in einem solchen Moment haben kann. Nun wäre es wohl klug, sich einmal die Frage zu stellen, WESHALB diese Angst. Wird etwa die bisherige Auffassung der Realität auf den Kopf gestellt? Oder was ist es sonst, das eine derartige Panikreaktion verursacht? ... Noch ein Hinweis bezüglich Ausdrucksweise: WACH dh bewusst warst Du ja allemal. Aufgrund dieser Tatsache hast Du Dich gezwungen, im Bett und damit in der Alltagswirklichkeit zu erwachen (wie man eben sagt - ohne zwischen Wachheit und 'Erwachen' zu differenzieren) bzw. in diese hinüberzuwechseln. WAS nämlich bei diesem Erlebnis beinahe immer Angst erzeugt, ist eben die Tatsache, DASS Bewusstheit NICHT auf den Alltag und damit auf den Wachzustand des physischen Körpers beschränkt ist. Die Erkenntnis dieser Tatsache wirkt meist wie ein Schock !

Nur stosse ich in diesem Zusammenhang immer wieder auf eine starke "Mystifizierung". (O.)

"Mystifizierung" ist auch ein Reaktion auf diese Erkenntnis. Und sie vereinfacht das Problem massgeblich.

Bei Ihrer Homepage habe ich das Gefühl, Sie seien NICHT der Auffassung, dass ein Mensch sich wirklich aus seinem Körper lösen könne. (O.)

Ich sehe die Sache wohl noch eine Spur komplizierter und komplexer. Nein, ich bin nicht der Auffassung, "dass ein Mensch sich wirklich aus seinem Körper lösen könne", sondern sage schlicht: Diese Formulierung ist mit derart vielen impliziten Vorentscheidungen belastet, dass sie eine Schein-Einfachheit vorgaukelt, wo überhaupt nichts als selbstverständlich gelten sollte. Was heisst "wirklich"?, was "sein"?, was "Körper"? Oder: Welches sind denn die Grenzen des Körpers? Was ist Raum? Was Zeit? Bei einer sog. Ablösung könnte es viel eher zu einer Verschiebung des Raum-Zeit-Gefüges kommen. Und das ist natürlich viel aberwitziger als eine "Ablösung" gemäss einer linearen Vorstellung von einem Hier und einem Dort.

Wenn das Ihre Auffassung ist, dann teile ich sie definitiv. (O.)

Hoffentlich ist von meiner Auffassung nun ein wenig mehr durchgekommen.

Ich muss zugeben: Es ist sehr leicht (vielleicht auch bequem?), die Erklärung für ein OOBE im esoterischen Bereich zu suchen. Das OOBE, das ich hatte, war EXTREM beeindruckend/beängstigend. (O.)

Manchmal denke ich, Esoteriker scheuen die Wahnwitzigkeit ebenso wie der Otto-Normalverbraucher.

Ich bin aber der Meinung, dass es sich ausschliesslich um ein Traum-Phänomen handelt, dass irgendwo inmitten der Milliarden von Neuronen im Gehirn erzeugt wird. (O.)

Aber diese Meinung ist vielleicht auch ein wenig zu simplifizierend ! So wie ich das sehe, machst Du es Dir ein wenig zu einfach ;-)

Die Tatsache, dass man sich des eigenen Ichs während des Träumens nicht bewusst ist, muss doch einen Grund haben! (O.)

Aber sicher doch ! Wir wurden alle so erzogen, so geprägt und konditioniert ! Ist doch gut, im Traum UN-bewusst zu sein. Wären alle sich bewusst, gäbe es keine Verdrängung mehr. Sigmund Freud hat das klar erkannt ! Ich habe Freuds Nachruf auf Popper-Lynkeus in einem der Web-Texte zitiert, worin er dies anspricht. Claro, dass die Zunft der Psychologen das Statement ihres Gründers nicht zur Kenntnis nimmt - soziale Amnesie.

Man muss schon den ganzen Tag über "bewusst handeln" und nachdenken über das, was man tut. Sollte man das denn auch noch im Schlaf tun? (O.)

Why not ?

Wenn man davon ausgeht, dass das Gehirn sich nachts regeneriert und Tageserfahrungen verarbeitet (O.)

DAS meinen materialistisch-positivistisch angehauchten Akademiker !

ist es dann nicht eine schreckliche zusätzliche Belastung, wenn es dann auch noch nachts "reflektorisch" tätig ist bzw. sein muss? (O.)

Aber sicher doch ! Dann müssten ja alle erkennen, was sie tagsüber alles so verdrängen ! Oh weh - Selbsterkenntnis kann schrecklich sei !

Nun... ich habe selber noch keine (bewussten?) Erfahrungen mit Astralreisen, Abhebungen etc., hatte aber bereits einige merkwürdige Erlebnisse die ich nirgends einzuordnen vermag. Ich habe auch keine Kollegen, die schon Er- fahrungen auf diesem Gebiet gemacht haben und wende mich deshalb mit einigen Fragen an Sie. (D.)

Also gleich mal als erstes: Träume geschehen ja Nacht für Nacht bei allen. Also ist ein entsprechender Erfahrungsbereich stets vorhanden. Ein Bereich, aus dem sehr viel zu lernen ist - und der nicht unterschätzt werden sollte.

- In der Rekrutenschule wurde ich zur Sonntagswache verdonnert. Als ich mich am frühen Nachmittag etwas zur Ruhe legte, fiel ich in einen eigenartigen Zustand. Ich bin nicht mehr so sicher, ob ich bereits schlief oder ob ich mich nur im Halbschlaf befand. Ich war bei vollem Bewusstsein, als mein Körper zu kribbeln begann und eine immer stärker werdende Starrheit über mich fiel. Ich forderte das Geschehen heraus und wartete ab, was geschehen würde. Ich lag auf dem Bauch auf einem doppelstöckigen Bett (unten), bei dem man das obere Bett durch eine Leiter erreichte. Dann zog es mich auf einmal nach hinten und ich wollte mich intuitiv, immer noch unfähig mich irgendwie zu bewegen, an der 'vorbeiziehenden' Leiter durch meinen Arm arretieren. Der nicht-physische Arm glitt aber problemlos durch die Leiter hindurch... Dann bekam ich es mit der Angst zu tun und holte mich mit Gewalt (krampfhafte Versuche mich zu bewegen, was dann auch gelang) aus diesem Zustand heraus. (D.)

Die Beschreibung trifft sehr gut auf die Phänomenologie einer Austrittserfahrung zu. Dabei ist Angst auch eine völlig normale Reaktion auf ein bislang unbekanntes Geschehen . Aber es ist gut, wenn sie überwunden werden kann. Nur kann es dann eben geschehen, dass wieder eine nächste, bedrohlich scheinende Situation auftritt und Ängste und Unsicherheiten auslöst. Durchaus verständlich, denn irgendwie ist man bei diesen Erfahrungen ein Fremder in einem fremden Land, in dem lauter Unbekanntes einem begegnet:

- Und erst gestern passierte mir dies mit der Starre erneut (was mir den Ausschlag gab, Sie anzuschreiben). Nur dass ich schlief (diesmal auf dem Rücken liegend) und sehr klar träumte. Es war ein passiver, unheimlicher und irgendwie beängstigender Traum in einer fremden Umgebung, wo in einem merkwürdigen Gebäude immer dieselbe Tür von selber aufging. Dabei war niemand zu sehen, doch war irgendwie die Anwesenheit eines Wesens spürbar. Beim Höhepunkt des Traumes fiel plötzlich die Starrheit über mich, und ich war erneut bei vollem Bewusstsein. Diesmal jedoch blockte ich den Vorgang schon beim Eintreten der Starre ab, da mich gewisse Unsicherheiten (unten definierte Fragen) davon abhalten, gerade dort weiterzumachen. Nebst diesen zwei für mich wichtigsten Vorfälle gab es hie und da noch solche Erfahrungen, wie z.B. schreckhaftes Erwachen, oder vom Wachzustand träumen, morgens, um dann unbeschwert ins Bett zu pinkeln, obschon ich mich ganz klar im WC vor der offenen Schüssel stehen sehe... Nun meine Fragen: Könnten die geschilderten Ereignisse mit einer Abhebung in Zusammenhang stehen? (D.)

Jo, sie können durchaus. Aber im Grunde spielt das keine Rolle. Wichtig ist die Tatsache, dass etwas in dieser Art erlebt werden kann. Die Frage ist nun die, wie damit umgegangen werden soll bzw. wie vorzugehen wäre. Das Geschehen entwickelt sich ja in beiden Fällen irgendwie zu einem insofern happigen Ereignis, als es Ängste auslöst, also das Ich irgendwie überfordert. Was tut man aber in Fällen, wo etwas die eigenen Möglichkeiten überfordert ? Z.B. im Sport - im Gewichtheben? Da fängt man mit niedrigeren Gewichten an ! Und bei der OOBE ? Da fängt man mit dem Beobachten der Träume an und schreitet dann fort zum luziden Traum. Das gibt einem die Grundlage. (Buchtips: Strephon Kaplan Williams "Durch Traumarbeit zum eigenen Selbst"; Patricia Garfield "Kreativ träumen" (luzider Traum).) Es ist prinzipiell wichtig, sich ein gewisses Wissen über diese Dinge anzueignen, denn das gibt einem die für die OOBEs notwendige Substanz.

Und wenn ja, ich würde beim nächtsen Mal gerne noch einen Schritt weiter gehen. (D.)

Aufgrund des durch NDs (normal dreams) und LDs (lucid dreams) gewonnenen Wissens lässt sich ein nächster Schritt unternehmen.

Wie kann ich dann aber wieder in den physischen Körper zurückkehren? (D.)

Nul problemo. Notfalls einfach "Augen schliessen" (d.h. einfach geschehen lassen) und gar nicht mehr an meine Rückkehr denken. Dann geschieht sie automatisch.

Und ist es möglich, auf diese Weise den physischen Körper zu verlieren, z.B. durch Trennung der Silberschnur? (D.)

Wird zwar immer wieder erzählt, aber ist wohl - wenn überhaupt - nur für Magier und Zauberer allererster "Güte" durchführbar. Und wo gibt es solche schon ? Und dann müssten es erst noch Schwarzmagier sein, die einer bestimmten Person gegenüber extrem negativ eingestellt sind. Und solchen Leuten kann man mit liebevollen Gedanken begegnen. Das blockt alle möglichen Angriffe ab und lässt selbst den schwärzesten aller schwarzen Magier leerlaufen. ;-) Und ausserdem: Nur die Unwissenden bzw. jene, die in der Unwissenheit verbleiben wollen, weil sie sich bewusst weigern, Wissen zu erlangen, sind den dunklen Mächten ausgeliefert. Alle anderen, sogar jene, die sich einfach einmal um Wissen bzw. spirituelles Wachstum bemühen, sind gegen Angriffe gefeit.

Ist es möglich, unbewusst in ein Licht zu gehen (Nah-Tod-mässig)? (D.)

Kaum ! Wer ins Licht geht, lernt sofort das eine: Licht ist etwas, das allen Menschen zukommt und allen Menschen vermittelt werden muss und darf. Im Licht wird jede Art von Egoismus aufgelöst - also werden nur jene ins Licht definitiv hineingehen, deren physischer Körper unter keinen Umständen mehr aktiv sein kann. Alle anderen kehren zurück im Wissen um das Licht und dem, was damit verbunden ist. Und sie werden dieses Wissen zu vermitteln suchen ! Ausserdem: Im Licht wird jede Art von Unbewusstheit zur Bewusstheit !

Kann während der Astralreise der physische Körper von einem anderen Astralwanderer gekappt werden? (D.)

Auch solches wird immer wieder erzählt. Aber auch hier gilt das oben zum Problem der "Schwarzmagier" Gesagte - vor allem aber das in bezug auf Unwissenheit und Wissen.

Ich weiss, dass ich sicher nicht der einzige bin, der Sie mit solchen Mails bombardiert. Aber ich wäre doch sehr froh, die Meinung von einem Experten wie Ihnen zu erhalten. Ich wäre Ihnen für eine kurze Antwort sehr dankbar. (D.)

Hier noch eine Bemerkung zu dieser Passage: Ein Experte bin ich sicherlich nicht. Dementsprechend müssen auch meine Antworten ausfallen. Sie gründen nicht in einem gesicherten Wissen, sondern einzig in der Erfahrung. Es sind die Erfahrungen, die mich gelehrt habe, die Dinge so zu sehen, wie ich sie beschreibe und beantworte. Sehr hilfreich für mich waren und sind aber stets die Texte anderer Menschen gewesen, die sich mit diesen Fragen auseinandergesetzt haben und weiterhin auseinandersetzen. Es GIBT sehr viele Texte, weshalb es stets ratsam ist, sich mit dieser Quelle des Wissens (den Büchern) auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt jedoch stehen immer die EIGENEN Erfahrungen.

Frage: Wie ich damals die Vibrationen bekam, hatte oft meine damalige Freundin bei mir geschlafen, und wurde dabei sehr unruhig im Schlaf. Gibt es da ähnliche Erfahrungen ??? (G.)

Sind mir direkt so auf die Schnelle nicht bekannt. Aber bei Tieren wie Katzen oder Hunden wurde schon beobachtet, dass diese unruhig werden, wenn jemand im OOB-Zustand in der Nähe ist. Doch egal - die Freundin schien jedenfalls sensibel zu reagiert zu haben. Das ist durchaus möglich - vor allem im Schlaf, wenn die Alltagsblockaden sich nicht derart stark und vor allem anders auswirken als im Wachzustand des physischen Körpers. Selbstverständlich haben Berufspsychologen noch andere Erklärungen auf Lager, z.B. diese: Die Freundin erlebte gerade einen Traum, der sie beunruhigt hat. Es spielt jedoch keine Rolle, welcher Erklärungsversuch unternommen wird. Was allemal bleibt, ist die Koinzidenz! Und diese sollte einem nachdenklich werden lassen.

Einige Male versuchte ich das Geistige Wachbleiben beim abendlichen Einschlafen. Dabei stellte sich ziemlich schnell ein eigenartiges kribbelndes Gefühl in Oberkörper und Armen ein, welches mit einer stark anwachsenden unerklärlichen Anspannung einherging. Dieser Anspannung konnte ich nie standhalten (losgelassen) und wachte auf oder schlief ein. Vor einigen Tagen bin ich aber früh um 6 oder 7 einen Schritt weitergekommen: Nach dem kurzen Aufwachen wie es morgens häufig auftritt, um sich mal umzudrehen oder so, kam ich wieder in diesen Zustand. Dieses Mal war die kribbelnde Spannung begleitet von lauten Geräuschen! Vergleichbar war es mit dem Geräusch eines Eisenbahnzuges oder vielleicht eines Computers aber eben lauter; also jedenfalls ein Rauschen mit surrendem Unterton. Dazu kam ein pulsierendes (ein- und ausschaltendes) lautes Rauschen, von welchem ich die Gewissheit (woher eigentlich?) hatte, daß es mit dem Schlagen des Herzens zusammenhing. Also alles zusammen war eigentlich ein recht unharmonischer, lauter Krach. Aber wieder einmal schaffte ich es nicht, der Anspannung standzuhalten und fiel aus diesem Zustand in den Schlaf. Was soll denn nun eigentlich als nächstes geschehen ? Worauf arbeitet diese Anspannung hin? Was ist ihr Ziel ? (D.)

Keene Ahnung ;-) Vielleicht geht es vorderhand einfach mal darum, in diesen Phasen aufmerksam und wach zu bleiben - und einfach mal genau zu beobachten. Die Phänomene sind als solche unwichtig. Dann werden bestimmt zumindest normale Träume geschehen. Auch diese mal zur Kenntnis nehmen und bedenken. Vielleicht gibt es in ihnen Hinweise - vor allem darauf, wie weiter vorzugehen ist.

Die Geräusche sind wohl nicht physikalisch vorhanden (Als Schallwellen aus dem Raum ins Ohr) - sie kommen aus dem Gehirn ?? Wahrscheinlich scheitern Erklärungsversuche mit den bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen... Noch eine andere Frage : Was sind denn eigentlich die Gefahren ausserkörperlicher Erfahrungen? (D.)

Gegenfrage: Wo sind die Gefahren des Lebens ?

verrückt zu werden oder den Weg in den physischen Körper nicht wiederzufinden ? (D.)

Verrückt wird man dabei insofern, als die Weltsicht ver-rückt wird aufgrund der Eigenerfahrungen.

Was kann einem denn in der Anderwelt wirklich (lebens-)gefährliches wiederfahren ? (F.)

Nächste Gegenfrage: Was kann einem denn im Alltag (Lebens-) Gefährliches widerfahren ?

Ich würde mich freuen, mehr über OBEs zu erfahren und selbst weitere derartige Erfahrungen zu machen. (Die Sache mit den Geräuschen war schon recht überraschend und interessant.) (D.)

Es ist eben so, dass die nächtlichen Erfahrungen ein weites Gebiet sind - auch OOBEs gehören dazu - aber auch vieles andere. Einfach mal aufmerksam hinsehen und hinhören - und offen bleiben für alles. Alles ernst nehmen, nichts achtlos beiseite schieben und sich langsam Wissen von dem verschaffen, was möglich scheint. Ok - das sind so etwas wie Allgemeinplätze. Oder doch nicht ?! Selbstverständlich nicht. Es ist wie beim Rauschen im Radio - ein Hinweis darauf, dass der Sender exakter einzustellen ist. Und dies geschieht eben durch Aufmerksamkeit. - Und ansonsten hab ich derart viel bereits geschrieben, dass es ein Leichtes ist, weitere Gedankengänge und Zusammenhänge in den Texten zu finden.

1. kann ich aus meinen körper aussteigen und zb. ein buch lesen ??? (C.)

Es wäre möglich. Nur - was für ein Buch ? Doch wohl kaum ein physisch-materielles - denn, wer sollte die Seiten umblättern ;-)

2. welchen gedanken brauche ich beim einschlafen, um es einmal zu schaffen aus meinen körper auszusteigen??? (Ich weiß, dass ich ein paar monate dazu brauche) (C.)

Vielleich kann die Lektüre von Über den Zaun - Theorie und Praxis für 'Anfänger' weiterhelfen, woselbst ein Teil des Textes von mir geschrieben wurde (Zur Erschließung der Quellen).

3. machen sie es noch??? (C.)

Jo, aber selten.

4. bin ich in der früh dann sehr müde??? (C.)

Nein, bestimmt nicht - im Gegenteil !

... erklären und weiter zu verfolgen, jedoch wurde mir von Zeit zu Zeit klar dass man schlussendlich selber seine Erfahrungen machen muss, um daraus Stück für Stück mehr dazu lernen zu können und sich weiterentwickeln zu können. (P.)

Nun, erklären wird man die OOBE ja nicht können. Dass man aber SELBER Erfahrungen machen muss, ist total richtig. Auch dem Punkt bez. Aufschreiben kann ich nur beipflichten.

... wir uns ausserkörperlich einmal kontaktieren könnten, was mir vermutlich viel bringen würde, ich hoffe sie können sich diese Zeit nehmen ,und einmal bei mir zu hause ausserkörperlich erscheinen (P.)

Danke für die Einladung - aber ich denke, wir werden es vorderhand beim Mailkontakt belassen müssen. Bislang scheute ich derartige Kontakte, denn sie sind mir etwas zu heikel - und werden in unserem gesellschaftlichen Umfeld nicht getragen bzw unterstützt - und entbehren auch der emotionalen Grundlage.

Bitte teilen Sie mir mit, wann Sie bereit wären für dieses treffen. (P.)

Nix zu machen vorläufig ;-) Aber, wenn ich noch einen Hinweis machen darf: Ein Versuch, die eigene Frau OOB zu treffen, wäre nicht unklug, zumal daselbst auch die emotionale Grundlage vorhanden sein dürfte, was bei uns beiden ja wohl kaum der Fall sein dürfte. ;-D Ich denke übrigens, dass gerade in der Parapsychologie sehr oft der Faktor "Gefühle" enorm unterschätzt wird.


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